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LBU Sommertour 2018: Textilrecycling

Was geschieht eigentlich mit unseren gebrauchten Textilien, die wir zur  Altkleidersammlung gebracht haben?

Dieser Frage wollte sich die LBU im Rahmen ihres Sommerausflugs beantworten lassen und besuchte dazu die Firma „Striebel Textil“ in Langenenslingen. 

                Hosen als Sitzgelegenheit              

Striebel Textil versteht sich als Spezialist für gebrauchte Kleidung und hat das Ziel durch optimale und nachhaltige Verwertung einen geschlossenen Textilkreislauf sicherzustellen. Striebel Textil ist Lizenznehmer von „FairWertung“, und europa- und weltweiter Partner renommierter caritativer Organisationen wie der „aktion hoffnung“.

Textilrecycling wird immer wichtiger. In heutiger Zeit hat Kleidung Ihren alten Stellenwert verloren, die Haltbarkeit und der eigentliche Zweck von Bekleidungsteht nicht mehr im Vordergrund: Bekleidung muss modisch sein.

Modesaisons werden immer kürzer mit dem Ergebnis das Bekleidung immer schneller altmodisch wird und in derAltkleidersammlung landet, obwohl die Bluse das Kleid das Hemd wenige Male oder vielleicht auch gar nicht getragen wurde.

Bekleidung ist zur Wegwerfware geworden, 1 Million Tonnen landen jährlich in der Altkleidersammlung.  Die Firma Striebel GmbH verarbeitet davon 25.000 Tonnen im Jahr.

 

 

Was mit diesen Textilien geschieht, wurde uns Im Laufe einer zweistündigen Führung von einem Mitarbeiter der Firma Striebel detailliert erläutert.

Alles was durch legale Sammlungen an Textilien (Kleidung und Wäsche, Schuhe, Handtaschen, Plüschtiere, Pelze undFederbetten sowie gut erhaltene, nicht verschmutzte Heimtextilien) zusammenkommt wird zunächst grob vorsortiert.  50 % der Textilien ist weiterhin tragbare Kleidung, 40 % finden als Putztextilien oder in der Fahrzeug-/Möbelindustrie Verwendung, der Rest wird verbrannt.

Nach einer Desinfektion der weiterhin tragbaren Kleidung wird diese in 14 Gruppen (Kleider, Röcke, Mäntel, …) und nach 200 Kategorien (top-modisch bis umweltfreundlich) sortiert.  In einem weiteren Schritt wird die Ware  4 Qualitätskriterien zu geordnet, wobei dieBekleidung mit der höchsten Qualität nochmals überprüft und in Sommer-/Winterware eingeteilt wird.

Alle Sortierungsvorgänge erfolgen von Hand.

 

 

 

Die so geprüfte und sortierte Ware findet in Deutschland direkt oder nach einem upcycling ihren Weg zurück in den Handel. Im Ausland, zum Beispiel  Afrika, gelangen die Textilien über Großhändler/Importeure, Kleinhandel und Einzelhandel beim Endkunden. Oft muss die Ware in Änderungsschneidereien angepasst werden, da europäische Kleidung afrikanischen Menschen oft nicht „passt“.

Ihren Weg in den Handel im Inland oder Ausland finden die Textilien in bis zu 50kg schweren Ballen, bestehend aus gepresster Bekleidung.

                              

Auch wenn durch die Wiederverwertung von Textilien sichergestellt ist, dass nicht alles auf dem Müll landet und vieles auch wieder als neues Bekleidungsstück im Laden auftaucht, bleibt doch eher ein bedrückendes Gefühl zurück. Auch wenn hier, und auch in Afrika, dadurch Arbeitsplätze entstehen, ist es sicherlich vernünftiger, bewusster mit Bekleidung umzugehen und sich nicht nach der Mode zu richten. Dies gilt vor allem dann, wenn moderne Funktionsbekleidung mitbetrachtet wird, deren Produktion und Entsorgung unter Umweltgesichtspunkten mehr als problematisch ist.

Zum Schluss möchten wir uns noch bei der Fa. Striebel, vertreten durch Herrn Bischof, für die Gastfreundschaft und die überaus kompetente Führung bedanken, während der alle unsere Fragen beantwortet werden konnten.

 

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